Vereinsgeschichte

Aus der Geschichte des Musikvereins Eggenertal e.V.

Schon Lange bestand im damaligen Arbeiterverein Obereggenen der Wunsch, eine "Musik" zu gründen. Im Jahre 1925 reisten drei Mitglieder nach Basel und kauften dort sechs Instrumente. Diese wurden aus der Vereinskasse des Arbeitervereins bezahlt. Als man sah, daß noch Geld übrig war, wurden drei weitere Instrumente angeschafft. Mit dieser Besetzung von neun Instrumenten hat der damalige Dirigent Wendel aus Kandern mit den Proben begonnen.

Schon im darauffolgenden Jahr an Pfingsten ging der erste Auftritt vonstatten. Nach zweijähriger Proben- und Aufbauarbeit fand im Jahre 1927 das Große Grundungsfest statt, an dem das ganze Dorf teilnahm. Im damaligen "Gemeindeboten" (Mitteilungsblatt) von Pfarrer Trenkle, wurde berichtet, dass morgens um 4 Uhr das Tal von Böllerschüssen erhallte, um 5 Uhr sei der Musikverein durch das Dorf gezogen und hätte mit seinem Spiel die Bewohner geweckt. Um 9 Uhr hätte sich ein Festgottesdienst angeschlossen. Um 2 Uhr Mittags sei ein großer Festzug durch die Straßen gezogen, angeführt von 5 Festreitern und 27 "Feschtjungfraucn". Hinterher sei auf dem Festplatz (im jetzigen Garten Bengel) gcbührend gefeiert worden.

Nach diesem Fest wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung beschlossen, dass der Arbeiterverein von nun an "Arbeitermusikverein" heißt. Im Juni 1933 wurde von der damaligen Kreisleitung der Arbeitermusikverein aufgelöst und sein Vermögen beschlagnahmt. Begründung: wegen Marxistischer Umtriebe. Die Mitglieder steckten aber den Kopf nicht in den Sand. Schon nach 14 Tagen wurde der Musikverein neu gegründet. Der damalige Dirigent Wendel aus Kandern legte sein Amt nieder und Dirigent Wörner aus Kandern übernahm den Taktstock. Er war Dirigent bis zum Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939.

In Europa gingen die Lichter aus, und auch der Musikverein musste seine Tätigkeit einstellen, weil die jungen Musiker zur Wehrmacht eingezogen wurden und in den Krieg mußten.

Erst im Jahre 1947 hat der damalige Vorstand und spätere Ehrenvorstand Ernst Schwarzwälder mit Zustimmung der französischen Militärregierung den Musikverein wieder ins Leben gerufen. Von da an fand eine stetige Aufwärtsentwicklung unter verschiedenen Dirigenten und Vorständen statt.

Im Juli 1959 feierte der Musikverein Obereggenen unter seinem Vorstand Ernst Schwarzwälder sein 25-jähriges Jubiläum. Am ersten Abend des Festes waren auch Staatspräsident Leo Wahles und Kommetzienrat Sichler von Schloß Bürgeln anwesend.

Eine neue Ära des Musikvereins begann im Jahre 1960. Der junge Musiker Helmut Höllstin übernahm den Taktstock. Er ist ein Musiker, der mit viel Begeisterung und großem Fleiß den Verein musikalisch betreut.

Helmut Höllstin hat sich aber vor allem der Jungmusiker angenommen, er hat es verstanden Mädchen und Buben für die Blasmusik zu begeistern.

Unter seinem Vorstand Heinz Moritz konnte der Musikverein im Juli 1965 sein 40-jähriges Jubiläum feiern. Viele Ehrungen standen an, so auch die Ernennung von Ernst Schwarzwälder zum Ehrenvorstand. Musikalisch sorgte unter vielen Kapellen, die Dinkelberger Blaskapelle für Unterhaltung.

Im Mai 1975 konnte der Musikverein Obereggenen unter seinem Vorstand Kurt Moritz, sein 50-jahriges Jubiläum feiern. Erstmals fand ein Stimmungsabend mit international bekannten Künstlern statt. 10 Jahre später über Pfingsten 1985 konnte Kurt Moritz zum 60-jährigen Jubiläumsfest einladen. Auch bekam der Musikverein Obereggenen damals eine neue Einheitskleidung. Mit vielen Gastvereinen und der Show und Big-Band "Erich Erber" kamen die musikinteressierten Besucher voll auf ihre Kosten.

Im Jahr 2000 konnte der Musikverein Obereggenen unter seinem Vorstand Markus Moritz sein 75 jähriges Jubiläum feiern. Die Feierlichkeiten zogen sich das ganze Jahr hinweg, Kirchenkonzert, Openair-Veranstaltung, Dorffest mit dem Kabarretisten Georg Schramm und das Jahreskonzert im Dezember mit den besten Titeln der letzten 10 Jahre.

Bis heute fand eine große Wende statt, es kamen neu hinzu: Saxophone, Flöten, Glockenspiel und Perkussion. Instrumente, welche alle zu einer enormen musikalischen Steigerung führten.

1991 gab Helmut Höllstin nach über 30 Jahren den Dirigentenstock an Thomas Moritz ab, der den Musikverein Obereggenen vom 14.12.1991 bis zum 08.12.2001 leitete. Thomas Moritz war vor allem in der Jugendarbeit sehr engagiert. Er rief als eines der Gründungsmitglieder das Jugendorchester Eggenertal ins Leben, welches er von diesem Zeitpunkt an bis im Dezember 2004 dirigierte. In seinem Jubiläumsjahr 2001 reichte Thomas Moritz nach 10jähriger musikalischer Tätigkeit den Dirigentenstab an Igor Reznikov weiter, der den Musikverein vom 01.10.2001 bis zum 21.03.2002 übernahm.

Schon bald bemerkte man im MVO, dass Herr Reznikov zu hohe Ansprüche an das Orchester hatte, welches ausschließlich aus Hobbymusikern und nicht aus Profis besteht. Nach langem Suchen erklärte sich Thomas Moritz dazu bereit, den MVO vorübergehend wieder zu übernehmen, machte jedoch deutlich, dass dies nur vorübergehend sei und nicht zum Dauerzustand werden dürfe.

Mit Erfolg absolvierte Bernd Höllstin zwischenzeitlich die Dirigentenprüfung und so kam es, dass sowohl Thomas Moritz als auch Bernd Höllstin den Musikverein abwechselnd leiteten.

Am 01. Juli 2002 stand erneut ein Dirigentenwechsel bevor. Thomas Wengert, ein Musiker mit jahrelanger Erfahrung, welcher im Dezember 2004 für seine hervorragenden musikalischen Leistungen mit der "Silbernen Dirigentennadel" vom Markgräfler Musikverband ausgezeichnet wurde, übernahm das Obereggener Blasorchester, welches er bis heute überaus erfolgreich leitet.

An der Generalversammlung, welche am 07. April 2011 stattfand, gab Thomas Wengert bekannt, dass er seine Dirigententätigkeit beim Musikverein Obereggenen mit dem Jahreskonzert 2011 nach fast 10 Jahren beenden wird.

Als Nachfolger hat Bernd Höllstin am 19.11.2011 den Dirigentenstab übernommen und den des JOE´s an Frank Steinger weitergegeben.